Unfallversicherung für Reiter

Für meinen kleinen Finanz- und Vermögensratgeber für Pferdehalter und Reiter habe ich mich mit einigen Studien und Statistiken beschäftigt und eine Sache ist mir dadurch erst mal wieder so richtig bewusst geworden. So faszinierend und schön unser Sport auch ist, es ist eine der gefährlichsten Sportarten überhaupt.

ca. 93.000 Reiter verletzen sich jedes Jahr in Deutschland
(von geschätzten 2 Mio. Reitern in Summe)

 

Während meiner Recherche bin ich wieder über den verunfallten Benjamin Winter gestolpert, der 2014 beim Turnier in Luhmühlen auf der Geländestrecke beim Sturz mit seinem Pferd Ispo verunglückte. Sprung 20 wurde dem 25-jährigen zum Verhängnis, die Ärzte konnten ihn nicht mehr retten…
Die Vielseitigkeit gilt schon lange als die gefährlichste Reitsportdisziplin in Deutschland. Aber nicht nur die Vielseitigkeit ist risikobehaftet:

etwa 6% der insgesamt 1,45 Mio. Sportunfälle jährlich
haben mit dem Reiten zu tun

 

Hierunter fallen nicht nur Reitunfälle beim Spring- oder Vielseitigkeitsreiten, sondern auch Freizeitreiter nehmen einen großen Teil davon ein. Dabei ist besonders der Schweregrad der Unfälle zu beachten. Reitunfälle fallen meistens deutlich schlimmer aus, als Sportunfälle anderer Sportarten, wie z.B. Fußball oder Handball. Statistiken zufolge soll Reiten sogar gefährlicher sein als Motorradfahren.

Erschwerend hinzu kommt, dass Unfälle leider nicht nur auf dem Pferd passieren…

rund 50% der Unfälle passieren beim Umgang mit dem Pferd
und nicht direkt beim Reiten

 

Und noch ein letzter Punkt, den ich sehr erschreckend finde:

über 50% der verunfallten Personen beim Reiten sind Kinder

Besonders gefährdet scheinen Mädchen bis 14 Jahre. Gerademal 18% der Reiter sind eben dieser Gruppe zuzuordnen, trotzdem ist bei 40% aller Reitunfälle ein Mädchen unter 14 Jahren betroffen. Dabei ist auch hier wieder der Verletzungsgrad bei keiner anderen Sportart so schwerwiegend, wie beim Reiten. Lediglich bei Autounfällen werden Kinder statistisch vergleichsweise schlimm verletzt.

 

Denkt alle mal eine Minute darüber nach… und direkt im Anschluss: Bitte kümmert Euch um entsprechenden Versicherungsschutz. Und bitte bitte denkt auch an den Schutz für Eure Kinder.

Mein Fazit aus diesen Studien:

Eine Unfallversicherung sollte jeder haben,
aber für Reiter ist sie absolut unverzichtbar!!!

 

Kleine Zusatzinfo: Einige Versicherer bieten Unfallversicherungen speziell für Reiter an. Hier werden aber nur Unfälle abgesichert, die im Zusammenhang mit dem Pferd passieren. Ein umfangreicher Unfallschutz ist nur unwesentlich teurer und bietet den vollen Schutz.
Kommt bei Fragen zum Unfallschutz gerne auf mich zu.

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Im Fall eines Falles ist richtig fallen alles.

Da ja bekanntlich noch kein Profi vom Himmel gefallen ist, aber schon viele auf dem Weg dahin von ihrem Pferd, möchte ich heute mal ein Thema ansprechen, mit dem ich mich zur Zeit aus eigenem Interesse heraus sehr viel beschäftige…

In den meisten Fällen kommen wir beim Sturz vom Pferd mit einem blauen Auge (oder Fleck…) davon, dann kann man später darüber lachen und alles ist gut. Wenn man aber doch mal ungünstig stürzt, oder sich das Pferd dabei verletzt, lauern schnell finanzielle Folgen und irgendwer muss dafür aufkommen.
Dann geht es ans Prüfen. Wer haftet denn nun? Wer trägt die Schuld für den Sturz und sollte dafür auch die Kosten übernehmen?

Eine Sache ist dabei vielen nicht bewusst: Passiert dieser Sturz während dem Reitunterricht, kann unter entsprechenden Umständen der Reitlehrer dafür haftbar gemacht werden. Und dafür muss dieser kein hoch professioneller voll-beruflicher Reitlehrer sein. Schon ein gut gemeinter Tipp von jemandem ganz ohne Trainerschein kann hierfür ausreichen. Bei Privatpersonen sollte in der Regel die Privat-Haftpflichtversicherung für den Schaden aufkommen. Diese wird jedoch genau prüfen, ob sie das denn muss. Denn wer regelmäßig Unterricht erteilt, völlig egal ob mit oder ohne Trainerschein, bei dem wird eine gewerbliche Tätigkeit unterstellt. Hierfür muss die Privat-Haftpflichtversicherung nicht aufkommen.

Daher: Wer regelmäßig Unterricht oder „Tipps“ gibt, sollte sich unbedingt zusätzlich absichern! Hierfür gibt es eine sog. Reitlehrer-Haftpflichtversicherung. Habt Ihr Euch mit dem Thema schon beschäftigt? Lasst doch mal einen Kommentar dazu da.

Wer sich mehr Informationen zu dem Thema wünscht, darf sehr gerne auf mich zukommen. Ich freue mich von Euch zu hören!

LG Simone

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